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[Stadtgeschehen]


Marienstraße um 1905 und Neu-Ulmer Wasserturm im Bau

Blick auf die rechte Seite des Donauufers – 150 Jahre Neu-Ulm – wir gratulieren!

Neu-Ulm feiert in diesem Jahr 150 Jahre Stadterhebung. Mit bunten Veranstaltungen wird das Jubiläum in 2019 gemeinsam gefeiert.
 
Gemeinde rechts der Donau
 
Während Ulm schon vor über 800 Jahren entstand, ist Neu-Ulm eine recht junge Stadt, die nichtsdestotrotz eine interessante Historie vorzuweisen hat. Ihre Entstehung verdankt Neu-Ulm den Veränderungen nach den Napoleonischen Kriegen. Durch den 1810 in Compiègne geschlossenen Vertrag zwischen den Königreichen Bayern und Württemberg wurde die Grenze ab 1. November 1810 vor Ulm auf die Mitte der Donau gelegt. Diese bildet auch heute noch die Landesgrenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg.
 
Rund ein halbes Jahr später entschied sich der bayerische König Max I. Joseph aufgrund der verkehrsgünstigen Lage eine Gemeinde am rechten Donauufer zu gründen. Zu Beginn war die kleine Gemeinde eine Ansiedlung von Höfen, Wirtshäusern, einem Grenzposten, einer Zollstation und dem Dorf Offenhausen. Der Name „Neu-Ulm“ tauchte erstmals 1814 in den Akten auf. Wollte man mit dieser Namensgebung womöglich der großen Schwester links der Donau nacheifern?

Neu-Ulmer Bahnhofstraße im Jahr 1905

Die Stadterhebung

Erst 1841 wurde die Entwicklung der Stadt durch den Beschluss der Frankfurter Bundesversammlung, in Ulm eine Bundesfestung zu errichten, entscheidend vorangetrieben. Neu-Ulm wurde dadurch zum Brückenkopf der Bundesfestung Ulm, der größten Festungsanlage Europas. 1853 folgte die Eisenbahnverbindung nach Augsburg, 1854 mit dem Bau der Donaubrücke die Verbindung nach Stuttgart. Am 29. September 1869 wird Neu-Ulm dann in die Städte des Königreichs Bayern erhoben. Genau dieser Tag wird in diesem Jahr gefeiert.
 
Von 1891 bis 1935 ist Neu-Ulm eine kreisfreie Stadt. In dieser Zeit wurde die Straßenbahnlinie zwischen den Bahnhöfen Ulm und Neu-Ulm eingeweiht. Als weitere technische Errungenschaft wird im Jahr 1900 der Wasserturm, Neu-Ulms Wahrzeichen, fertiggestellt. Mit dem Ulmer Münster kann dieser zwar nicht mithalten, dafür hat der Bau auch nur rund ein halbes Jahr gedauert.
 
Auch die beiden Weltkriege beeinflussten die Entwicklung Neu-Ulms. Durch die einseitige wirtschaftliche Ausrichtung auf das Militär muss sich Neu-Ulm nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg neu orientieren. Dies gelingt und die Stadt erlebt nach 1919 eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ist Neu-Ulm eine vermögende Stadt. Dennoch hat der Krieg verheerende Auswirkungen: Durch die schweren Bombenangriffe im Dezember 1944 und März 1945 werden 80 Prozent aller Gebäude zerstört. 1945 stand die Stadt daher vor einem kompletten Neuanfang.

 

Glacis im Frühling

Wiederaufbau und Großprojekte

Nach dem Wiederaufbau erlangte Neu-Ulm von 1948 bis 1972 erneut den Status einer kreisfreien Stadt. In dieser Zeit wurden nicht nur neue Wohngebiete erschlossen, auch das Gewerbegebiet wuchs, öffentliche Einrichtungen wurden gebaut die Umwandlung des Glacis in einen Park begann.
 
Durch die Eingemeindung von neun umliegenden, bis dahin eigenständigen Gemeinden vergrößerte sich Neu-Ulm in den 1970er Jahren. 1975 wurde außerdem das Wohn- und Geschäftshaus Donaucenter bezogen. 1977 entstanden das Kultur- und Tagungszentrum Edwin-Scharff-Haus und das Edwin Scharff Museum. Es folgten die Sanierung und Verkehrsberuhigung der Innenstadt sowie die Umwandlung der ehemaligen US-Kasernenareale in Wohn- und Gewerbegebiete.
 
Seit 2000 wurden weitere Großprojekte realisiert. Ganz besonders sind hier die Inbetriebnahme der ratiopharm arena und der Bau der Glacis-Galerie zu erwähnen. Mit dem Tiefenbahnhof wurde 2007 außerdem die Bahnanlage im Zuge des Projekts Neu-Ulm 21 grundlegend neu geordnet. Heute ist Neu-Ulm eine Stadt, die von Offenheit, Mut zur Veränderung und Gestaltungswillen geprägt ist. Das Stadtjubiläum soll daher auch als Anstoß für neue Ideen und zukunftsweisende Initiativen dienen.

Magier Florian Zimmer beim Fotoshooting

Jubiläum von Bürgern für Bürger

Ein Banner zum Jubiläum

Für das Stadtjubiläum war es Oberbürgermeister Gerold Noerenberg besonders wichtig, dass Bürger und Stadtverwaltung das Fest gemeinsam planen, organisieren und letztlich auch gemeinsam feiern. Das soll das Zusammengehörigkeitsgefühl in Neu-Ulm und den einzelnen Stadtteilen weiter stärken. Nicht nur die Bürger Neu-Ulms, sondern auch Touristen und Besucher aus umliegenden Städten und Landkreisen dürfen sich daher auf tolle Veranstaltungen im Jubiläumsjahr freuen.

 

Die Gelegenheit nutzen

Manche behaupten, das Schönste an Neu-Ulm ist der Blick auf Ulm. Dabei hat die Stadt viel mehr zu bieten, als man im ersten Moment denkt. Gerade wer noch nicht so oft in Neu-Ulm war, hat im Jubiläumsjahr die Möglichkeit, die Stadt von ihrer schönsten Seite kennenzulernen. Auch wir von der wohin.-Redaktion freuen uns als Ulmer darauf, mit Neu-Ulm zu feiern und gratulieren zum 150. Stadtjubiläum. Und blickt man auf die letzten 150 Jahre zurück, wird die Zukunft sicherlich genauso spannend. Ein Ausflug auf die rechte Seite des Donauufers lohnt sich also.


Text: Sarah Bakowski
Fotos: Stadt Neu-Ulm

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