EBNER MEDIA GROUP – Lokale Medien

[Stadtgeschehen]


Sonnenblume mit Biene

Summ, summ, summ!
Die Ulmer Bienchen summen herum

Bienen sind wertvolle Bestandteile unseres Ökosystems. Als Bestäuber sorgen sie dafür, dass zahlreiche Wild- und Nutzpflanzen erhalten bleiben. Wir haben deshalb einen Blick in die Welt der Ulmer Bienen geworfen.

Das Bienensterben ist seit Jahren immer wieder Thema in den Medien. Damit ist das Verschwinden ganzer Bienenvölker gemeint. Gründe sind unter anderem der Verlust von Lebensraum, die zunehmende Urbanisierung und der Klimawandel. Bedenkt man, dass zwei Drittel der hundert wichtigsten Nutzpflanzen von der Bestäubung durch Bienen abhängig sind, klingt das im ersten Moment beunruhigend. Denn die Folgen bei einem Aussterben der Bienen wären gravierend: Durch die fehlende Bestäubung muss mit einem Ernterückgang gerechnet werden. Dadurch gibt es auch weniger Auswahl bei Obst und Gemüse für uns.

Trotz allem kann man aber nicht pauschal von einem allgemeinen Bienensterben sprechen. Denn auch wenn gut die Hälfte der deutschen Wildbienenarten auf der Roten Liste für gefährdete Arten stehen, gilt die Honigbiene als Sonderfall, da sie kommerziell genutzt wird. Solange es also Imker gibt, sterben diese auch nicht aus.

Honig aus der Region
Kann man denn irgendetwas gegen das Sterben der Bienen tun? Und ob. Manche Faktoren wie etwa Krankheiten kann man zwar nicht beeinflussen und auch eine Umgestaltung der Landwirtschaft, um einen weiteren Verlust der Artenvielfalt zu verhindern, lässt sich oftmals nicht kurzfristig umsetzen. Dennoch können auch Sie einen kleinen Beitrag leisten. Städte scheinen auf den ersten Blick zwar nicht als geeigneter Lebensraum für die Biene. Jedoch bieten viele Gärten, Balkone und Parks den Insekten einen besseren Lebensraum als die Agrarwüsten im Umland. Haben Sie also einen Garten oder Balkon, können Sie Futter- und Nistmöglichkeiten für die Bienen einrichten.

Das gefällt nicht nur den fleißigen Bienchen, sondern garantiert auch Ihnen, wenn Sie weiterhin ein leckeres Honigbrot zum Frühstück genießen können. Und welcher Honig könnte da nicht besser schmecken als der regionale aus Ulm? Von diesem gibt es nämlich eine ganze Menge: Etwa 350 Imker betreuen rund 1.900 Bienenvölker in der Ulmer Umgebung. Viele davon sind Hobbyimker, die die Bienenhaltung als Ausgleich zum Berufsalltag sehen.

2 Imker bei ihren Imkerkästen

So auch Christian Schmid und Uwe Bentner, die Gründer von Bienesto. Die Idee für die naturnahe und nachhaltige Imkerei aus Ulm wurde vor gut anderthalb Jahren geboren und im Juni 2018 in die Tat umgesetzt. Im September gab es dann den ersten Honig. Die Bienesto-Gründer legen dabei besonderen Wert auf glückliche Bienen, ausgewählte Standorte und eine schonende Verarbeitung. „Mit dem größten Kleingartenverein in Deutschland gehört Ulm schon zu den grünsten Städten im Land“, erklärt Christian Schmid. „Die Bienen finden so ausreichend Nahrungsquellen und wir können ohne Probleme Honig in Bioqualität erzeugen. Wir haben aber auch den Eindruck, dass langsam sowieso ein Umdenken stattfindet und die Entwicklung weiter in Richtung grüner Städte mit insektenfreundlichen Gärten geht.“

Wie Bienesto ist auch der Ulmer Festungshonig von Petra Alurralde und Udo Brauch aus der Region. Die beiden Hobby-Imker betreuen seit 2012 die Bienenvölker in und um die Ulmer Festungsanlagen. Produziert werden dabei Honig, Met, Blütenpollen, Propolis und weitere Bienenprodukte.

2 Imker mit Imkerkästen und Honigwaben

Ein eigenes Bienenvolk
Bienen sind faszinierende Tiere und das Imkern ist ein tolles Hobby. Vielleicht fragen Sie sich schon, wie Sie in Zukunft Ihren eigenen Honig produzieren können. Prinzipiell kann sich nämlich jeder ein eigenes Bienenvolk in den Garten stellen. Prinzipiell kann sich nämlich jeder ein eigenes Bienenvolk in den Garten stellen. Wer der Imkerei nachgehen möchte, sollte sich jedoch zuvor ausgiebig mit dem Thema beschäftigen. Denn Bienen sind Lebewesen und man übernimmt mit einem eigenen Bienenvolk eine gewisse Verantwortung. Der Ulmer Imkerverein (www.imker-ulm.de) bietet daher Anfängerkurse an, bei denen man sieht, ob einem die Imkerei überhaupt liegt und das Interesse von Dauer ist.

Wer sich die Arbeit nicht zutraut, aber trotzdem ein eigenes Bienenvolk haben möchte, kann auch eine Bienenpatenschaft übernehmen. Diese gibt es sowohl bei Bienesto als auch beim Ulmer Festungshonig. Damit helfen Sie nicht nur, den Bienenstand in Ulm und Umgebung zu erhalten, sondern bekommen auch noch Honig von Ihrem eigenen Volk, während sich erfahrene Imker um dieses kümmern.

Pyramide aus Honiggläsern

Bienen erleben
Daneben bieten beide Imkereien auch Besichtigungen an. Das ist besonders für Familien und Schulklassen interessant, die mehr über Bienen und das Imkern erfahren wollen. „Beim Bienenerlebnistag schauen wir gemeinsam in die Bienenvölker, lernen, was die Biene das Jahr über so treibt, und schleudern gemeinsam
Honig“, meint Uwe Bentner. Momentan arbeiten die Bienesto-Gründer an einer leckeren Honig-Schokocreme, die ausschließlich aus natürlichen Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau besteht. Daneben planen Christian Schmid und Uwe Bentner Bienenwachskerzen, Propolis und viele weitere Bienenprodukte. Deshalb wird der Bienenerlebnistag erst im nächsten Jahr, voraussichtlich im Juli, stattfinden. Die Imkerei von Petra Alurralde und Udo Brauch können Sie nach Absprache schon jetzt besuchen. Und wo gibt es den Honig zu kaufen? Wer einen der beiden Honige nun einmal probieren will, kann diesen entweder online bestellen oder im Gutes von Hier-Laden in der Herrenkellergasse vorbeischauen. Den Ulmer Festungshonig gibt es zudem auch in der Ulmer Honigstube in der Dreiköniggasse. Honigliebhaber finden dort nicht nur Honigprodukte aus aller Welt, sondern eben auch den regionalen Honig aus Ulm. Und wenn Sie das nächste Mal Ihr Honigbrot für unterwegs mitnehmen wollen, haben wir noch einen Tipp aus der Redaktion: Wickeln Sie dieses doch in eines der beeGoodies Bienenwachstücher ein. Die sehen nämlich nicht nur gut aus, sondern halten Ihr Brot auf umweltfreundliche Weise frisch.

Foto mit Beschreibung zum Selberbau eines Bienenhotels


Text: Sarah Blakowski, Fotos: Christian
Schmid / Bienesto und Ulmer Festungshonig
und pixabay (wuellner)

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