EBNER MEDIA GROUP – Lokale Medien

Stadtgeschehen


Bunte Blüten

Unser Rückblick auf „80 Jahre Stadtmagazin wohin“ veranlasste uns, auch einmal auf die letzen 80 Jahre der Ulmer und Neu-Ulmer Geschäftswelt zu blicken. Bleibende Werte und Lust auf Wandel. So kann man die Ulmer Unternehmens- und Geschäftswelt beschrei-ben. Und das ist gut so.

Wir Ulmer sind bodenständig. Auch beim Trinken. Das beweist zum Beispiel ein Blick in die allererste Ausgabe unseres Magazins, in der man im Jahr 1938 zum ersten Mal blättern konnte. Die erste Anzeige, die dem Leser ins Auge fällt, enthält die vier auffordernden Worte: „Trinkt Gold-Ochsen-Bier!“. Wir erwähnen das, weil die Traditionsbrauerei im Veitsbrunnenweg exemplarisch für eine ganze Reihe von erfolgreichen Unternehmen steht, die es damals bereits gab und die auch heute nicht aus unserer Geschäftswelt wegzudenken sind. Ein weiteres Beispiel ist ein Ulmer Betrieb, der schon seit vielen Jahrzehnten das Wohl der Menschen im Visier hat. Seit 1912 begleitet und initiiert die von Heiner Ulrich gegründete Firma Ulrich Entwicklungen auf dem Gebiet der Medizintechnik. 1952 entwickelte das Unter-nehmen zum Beispiel das erste künstliche Fingergelenk der Welt aus Metall und baute 1958 die erste deutsche Herz-Lungen-Maschine.

Blättern wir weiter. In dem wohin Heft Nr.1 findet man unter anderem auch das Inserat: „Wanderkarten und Führer von Ulm und Umgeb-ung führt die J. Ebner`sche Buchhandlung am Hauptwachplatz.“ Bitte wo? Den Hauptwachplatz gibt es schon lange nicht mehr. Heute ist an dieser Stelle die Neue Mitte angesiedelt. Hier und in vielen anderen Straßen und Gässchen der Stadt findet man heute noch eine Viel-zahl an  Einzelhandelsgeschäften, die es zum Teil seit vielen Jahrzehnten gibt. Auch wenn sich das Bild der Stadt immer wieder verändert hat. Und wohl die wenigsten Besucher des Weinfestes auf dem südlichen Münsterplatz erinnern sich daran, dass hier früher eine der Ladenpassagen stand, die nach dem Krieg wie Pilze aus dem  Boden schossen. Der Münster-Bazar war 1948 der erste „Pilz“ und mit seinen 16 kleinen Einzelläden auch der größte, der ein halbes Jahrhundert stehen blieb.

Werfen wir einen Blick auf die Herrenkellergasse und die Hirschstraße, durch die man früher noch selbstverständlich mit dem Auto fahren und parken durfte. Ende der 1970er-Jahre wurden sie zu Fußgängerzonen und die Hirschstraße zu Ulms Flaniermeile par excellence. Und sie ist es bis heute geblieben.

Ein Paukenschlag in der Ulmer Geschäftswelt war sicherlich die Eröffnung des Blautal-Centers in der Blaubeurer Straße vor 20 Jahren. So eine Einkaufsmeile kannte man in der Stadt bis dato nicht. Vor Jahren zog Neu-Ulm mit der Glacis-Galerie nach. Und auch am moder-nen Sedelhöfe-Komplex, in  den in wenigen Monaten zahlreiche Geschäfte eröffnen werden, wird schon kräftig gebaut. Noch 1979 war auf diesem Gelände übrigens ein – richtig! – Parkplatz.

Dennoch: Trotz des Wandels hin zu großflächigen Zentren, treiben der etablierte Einzelhandel und die Gastronomiebetriebe in den Innenstädten von Ulm und Neu-Ulm auch weiterhin bunte Blüten. Auch wenn dabei mitunter Neues Altes ablöst. Eine Gefahr darin kann auch die Südwest Presse nicht sehen, die vor wenigen Wochen titelte: „Die Fluktuation im City-Handel nimmt zu, eine Krise zeichnet sich aber nicht ab. Für viele Läden gibt es weiter neue, interessante Mieter.“ Und auch wir sind sicher, dass trotz Online-Handel und Shopping-Malls das Herz der kleinen Geschäfte munter weiter schlagen und Impulse in der Innenstadt setzen wird. Denn ja, wir Ulmer entdecken eben sehr gerne Neues, bleiben dabei jedoch immer bodenständig.

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