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Fünf Fragen an Sophie Hunger


„Ich bin charakterlich Marke Rampensau“

Sophie Hunger

Die Zeiten des Geheimtipp-Daseins sind für Sophie Hunger vorbei. Die gebürtige Schweizerin mit Wohnort in Berlin wird heiß gehandelt. Die Tour zu ihrem neuen
Album führt sie am 13. Februar auch ins Roxy. Wir haben sie vorab interviewt.

 

„Molecules“ ist Ihr fünftes Album. Und es hebt sich musikalisch von Ihrer bisherigen Arbeit ab. Alle Texte sind in Englisch und es ist sehr elektronisch geworden. Ich höre da viele 80er Elemente in neuem Kontext …

Sophie Hunger: Ja, ich war ein wenig gelangweilt von meinen “alten” Instrumenten. Da habe ich mir Synthesizer gekauft und eine Ausbildung gemacht, um vermehrt am Computer zu arbeiten.

 

Sie haben mit dem Album auch eine schwere Trennung verarbeitet – also ein sehr persönliches Stück Musik. Wie fühlt sich das an, wenn Sie dies nun live mit den Menschen auf Ihren Konzerten teilen?

Sophie Hunger: Es ist manchmal etwas unangenehm, aber dann tut man so als ginge es um jemanden anderen. Pamela Anderson zum Beispiel: Immer wenn ich einen Kloß im Hals habe, stelle ich mir vor, ich bin Pamela Anderson und singe aus meinem Tagebuch vor. Dann geht’s wieder. Ich muss nur aufpassen, dass ich dann nicht lache.

 

Ihre Musik hatte schon immer eine leichte Düsternis und Ihre Stimme eine zauberhafte Zerbrechlichkeit. Spiegelt das eine Grundstimmung von Ihnen oder ist das einfach Ihre künstlerische Handschrift?

Sophie Hunger: Ich würde sagen, in der Musik werden persönliche Teile verstärkt und kommen zum Vorschein. Gott sei Dank habe ich aber noch andere Seiten. Sonst wäre das ja unerträglich, den lieben langen Tag in so einer schummrigen, fatalistischen, halluzinierenden Rotwein-Lache herum zu stolpern.

 

Studio oder Live-Konzert – was hat mehr Reiz für Sie?

Sophie Hunger: Live-Konzerte finde ich viel besser, das liegt mir mehr. Ich bin charakterlich Marke Rampensau.

 

Sie sind mittlerweile auch erfolgreiche und preisgekrönte Filmmusik-Komponistin. Verraten Sie uns, was nach der Tour so alles auf Ihrer Agenda steht?

Sophie Hunger: Gerade schreibe ich neue Lieder, von denen ich vier Stückchen schon auf der Tour spielen möchte. Ich freue mich sehr darauf, unveröffentlichte Lieder zu spielen, das ist das Beste.

 

Vielen Dank für das Gespräch und viel Freude bei Ihrem Auftritt in Ulm!


Das Interview führte Barbara Lang · Foto: Marikel Lahana

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