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Stadtgesichter


Wunschkandidat: Robbie Williams

Richard King ist das, was man gemeinhin einen lässigen Typ nennt. Seelenruhig erfüllt er jeden Foto-Wunsch unseres Teams in der Ratiopharm Arena, die er quasi mit einem Fingerschnippen in Sekundenschnelle in vollem Glanz erstrahlen lässt. Auch für unsere Fragen nimmt sich der vielbeschäftigte Pressesprecher und Vermarkter der Neu-Ulmer Multifunktionshalle ausgiebig Zeit.

 

Gianna Nannini, Herbert Grönemeyer, André Rieu… Herr King, die Ratiopharm Arena zieht seit sieben Jahren internationale Musikgrößen an. Bekommen Sie die Stars alle zu Gesicht?

Richard King: Nicht alle, denn oftmals kommen die Künstler direkt vor dem Auftritt mit dem Fahrdienst, gehen in die Garderobe und verlassen die Halle kurz nach dem Konzert wieder. Diese Stars sehe ich wie alle anderen Besucher erst, wenn sie auf der Bühne stehen. Offizielle Begrüßungen machen wir nicht, da es uns wichtig ist, dass die Künstler sich in Ruhe auf ihren Auftritt vorbereiten können. Um deren Wohl kümmern sich die Veranstalter und Manager.

 

Welche Künstler haben Sie besonders gerne in Erinnerung behalten?

Richard King: Da gibt es einige. Als Beispiele kann ich Bülent Ceylan oder Michael Mittermeier nennen, die trotz ihrer großen Popularität nicht überheblich geworden, sondern sehr natürlich und freundlich geblieben sind. Sie nehmen sich viel Zeit für die Menschen, die sie ansprechen.

 

Stimmt es, dass viele Musiker ausgefallene Wünsche haben?

Richard King: Das gibt es schon. Dabei handelt es sich überwiegend um Wünsche, die das Catering betreffen. Da wird schon einmal ein ganz besonderes Wasser verlangt, ein spezieller Wodka und manchmal auch sehr viel Wodka. Wir hatten auch schon eine Künstlerin hier, die ausschließlich weißes Mobiliar in ihrer Garderobe haben wollte.

 

Wie lange dauert es denn nach einem Konzert die Halle wieder in einen aufgeräumten Zustand zu versetzen?

Richard King: Das ist unterschiedlich. In der Regel sind Konzerte bei uns Ein-Tages-Produktionen. Das heißt, dass der Aufbau der Bühne morgens um sieben Uhr beginnt und die Halle etwa zwischen ein und drei Uhr früh am nächsten Tag wieder leer ist.

 

Sie sind für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Was zählt zu Ihren Hauptaufgaben und hat sich die Arbeit durch die neuen Medien stark verändert?

Richard King: In den ersten Jahren ging es im Bereich Marketing darum, das Image der Halle aufzubauen und den bundesweit agierenden Veranstaltern die Vorzüge der Arena zu präsentieren. In den vergangenen Monaten sind wir dazu übergegangen Veranstaltern bei der Bewerbung ihrer Shows mit unserer neugegründeten Plattform „ulmtickets.de“ zu unterstützen und uns damit auch von anderen Anbietern etwas abzuheben. Über diese Marke gelingt es uns, die Menschen in den beiden Städten und auch in der Region umfassend über unsere verschiedenen Events zu informieren. Das ist sehr wichtig, da Ulm/Neu-Ulm kein einfaches Pflaster für Veranstalter ist. Viele Menschen nutzen nicht mehr den Vorverkauf, sondern entscheiden sich sehr kurzfristig für ein Konzert.

 

Es kommen ja nicht nur Besucher aus den beiden Städten in die Europastraße. Wie groß ist das Einzugsgebiet der Ratiopharm Arena?

Richard King: Wir haben Gäste, die aus einem Umkreis von etwa 50 Kilometern zu uns kommen, der bis vor die Tore Stuttgarts, bis nach Ellwangen oder Augsburg reicht.

 

Ist es schwieriger geworden, die Menschen in Konzerte zu locken?

Richard King: Ich glaube, dass es immer schwieriger wird, die Menschen bei Live-Konzerten zu begeistern, da das Musikangebot im Internet groß und für jeden jederzeit zugänglich ist. Viele kümmern sich auch nicht mehr darum, sich rechtzeitig Tickets zu sichern.

 

Wer einmal bei einem Heimspiel der Ulmer Basketballer war, weiß, was für eine tolle Stimmung die Ulmer Fans machen können. Aber wie sind wir denn als Konzertpublikum?

Richard King: Das kann man wohl nicht pauschal beantworten. Man kann jedoch feststellen, dass die Ulmer und Neu-Ulmer Besucher von Konzerten oder Comedy-Veranstaltungen das Bühnengeschehen zwar kritisch, jedoch auch fair beurteilen.

 

Im Moment ist Sommerpause in der Arena. Auf was freuen Sie sich ganz besonders im Herbst?

Richard King: Definitiv auf die Fantastischen Vier. Ein weiteres Highlight ist sicher auch der Auftritt von Rea Garvey, der am 1. Oktober zu uns kommt.

 

Wenn Sie sich einen Künstler aussuchen könnten, wen würden Sie dann gerne mal in der Arena erleben?

Richard King: Ein Konzert von Robbie Williams wäre klasse und ganz sicher auch ausverkauft. Er spricht mit seiner Musik ein breites Spektrum an Menschen an, von jung bis alt. Er ist ein phänomenaler Entertainer, der hier eine Wahnsinns-Show abliefern würde.

 

Sie leben seit acht Jahren in Ulm und nun in Neu-Ulm. Welche drei Begriffe fallen Ihnen spontan zu den beiden Städten ein?

Richard King: Hoher Lebensstandard, Fortschritt, Kulinarik.


„Kein Tag ist wie der andere“

Richard King stammt aus Schramberg und studierte am Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn Sport- und Eventmanagement. Der 33-Jährige arbeitete bereits in mehreren Städten im Veranstaltungsbusiness, darunter auch in der Commerzbank Arena, dem früheren Waldstadion in Frankfurt am Main. Seit 2011 kümmert er sich um die Vermarktung der Ratiopharm Arena: „Am meisten Spaß macht es, dass kein Tag wie der andere ist und die Arbeit viele Aufgaben umfasst.


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